MIES
Installation (Video, Objekte
, Fotografien)
2016

Die Videoanimation Collapsing Mies basiert auf fotografischen Ansichten von Gebäuden Mies van der Rohes: Details von Innenräumen und Gitterstrukturen ganzer Fassaden werden aneinander und übereinander montiert.Diese Fragmente sind hauchzart, wie mit einem Seziermesser aus ihrem ursprünglichen Kontext herauspräpariert. Sie erzählen in Kombination mit sprechenden Details – etwa dem Barcelona-Sessel oder einer rötlichen Onyxmarmor-Wand – vom modernistischen Traum von Effizienz, Transparenz und Eleganz. Nicht die Kamera und mit ihr die Betrachter_innen bewegen sich durch festgefügte Räume, sondern die einzelnen Gebäudeelemente selbst sind mobil. Sie drehen sich langsam um die eigene Achse, schieben sich ineinander, werden immer mehr.

Claudia Larcher setzt in diesem Video wie auch in der Serie Mies einen komplexen Wechsel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität in Gang. Ausgehend von zweidimensionalen fotografischen Abbildungen gebauter Architektur, konstruiert sie neue Räume, die weder den Regeln der Statik noch denjenigen der Naturnachahmung folgen. Ihre paradoxen Raumstrukturen zwingen die Betrachter_innen dazu, die einzelnen Bildelemente immer wieder aufs Neue zu befragen: Ob sie sich „vorne“ oder „hinten“ befinden, ob sie „innen“ oder „außen“ sind, ob sie kleine Ausschnitte zeigen oder ganze Gebäude.

 




 


 

bildansicht
 
< >