BAUMEISTER (installation)
Videoanimation: HD, 16:9, 9min 30sec
Sound von Constantin Popp
Paravent: 3 digitale Prints, Holz, Alu
230 x 180 cm
2012

Die Kamera bewegt sich in einer Spiralfahrt entlang der Decke, sie nimmt ihre Kreisform auf, indem sie die Fuge zwischen zwei Deckenelementen nachzeichnet; rechteckige Lampen tauchen hintereinander auf wie die schematische Darstellung von Sonnenstrahlen oder die Speichen eines Rades; parallel dazu vermittelt der Sound ein atmosphärisches, hallendes „Tropfen“ – zumindest ist das eine von unendlich vielen möglichen Assoziationen.
Das Video Baumeister beschreibt das menschenleere Innere des ORF-Studios Dornbirn. Von Gustav Peichl 1969–1972 geplant und ausgeführt, ist seine formale Basis die Spirale – jene Figur, die sich aus einer von innen nach außen sich entfaltenden Linie ergibt, und die sich auch am menschlichen Körper wiederfindet: etwa im Ohr. Die Form der Spirale nimmt in Peichls Funkhäusern wohl auch symbolischen Bezug auf das Hörorgan. In ähnlicher Weise, wie die Architektur die Funktion des Hörens übersetzt, nimmt Claudia Larchers Video Bezug auf das Sehen. Die Kamera ist das Auge, das die Struktur des Raumes zu erfassen versucht, indem sie/es seine Bewegungen nachzeichnet. Die Architektur wird zum (bewegten) Bild, sie wird gewissermaßen neu verfasst. Dies wird noch einmal wiederholt und bestätigt von der Tonspur Constantin Popps, die sich nun von scheinbar abstrakten, jedenfalls nicht mehr klar zuordenbaren Geräuschen verabschiedet hat und von einer weiblichen Stimme vorgetragene Architekturbeschreibungen wiedergibt.

Das Triptychon Paravent entstand in Kombination zur Videoarbeit Baumeister. Während in Letzterem das Gebäudeinnere des Vorarlberger Funkhauses zum Ausgang genommen und paraphrasiert wird, zeigt die Fotoarbeit Teile seiner Außenfassade. Doch wie im Video ist die Fotografie hier nicht bloße Dokumentation: Dadurch, dass man den Paravent in verschiedene Richtungen biegen kann, ist auch die Abbildung der Fassade „elastisch“ und variabel. Auf diese Weise entstehen jeweils „neue“ Architekturen und Raumsituationen.
(INES GEBETSROITHER)

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